Mit Trinker, Cowboys, Sonderlinge – Die 12 seltsamsten Präsidenten der USA legt Ronald D. Gerste ein ebenso amüsantes wie irritierendes Panorama der amerikanischen Präsidentschaft vor. Der Autor widmet sich jenen Staatsoberhäuptern, die weniger durch staatsmännische Gravitas als durch Exzentrik, Eigensinn oder menschliche Abgründe in Erinnerung geblieben sind. In zwölf pointierten Porträts führt Gerste durch Episoden politischer Kuriositäten, persönlicher Schrullen und historischer Absurditäten.
Dabei verbindet er historische Detailkenntnis mit erzählerischem Gespür. Die Kapitel lesen sich flüssig und unterhaltsam, ohne in bloße Anekdotenhaftigkeit abzurutschen. Vielmehr entsteht ein facettenreicher Blick auf die politische Kultur der Vereinigten Staaten – mitsamt ihren Widersprüchen, Eitelkeiten und gelegentlichen Skurrilitäten.
Allerdings trägt dieses Buch mitnichten dazu bei, Vertrauen in die US-amerikanische Politik zu gewinnen. Im Gegenteil: Die geschilderten Charaktere und Episoden lassen den Leser bisweilen staunen, welche Persönlichkeiten den Weg ins höchste Amt des Landes gefunden haben. Gerade deshalb wirkt die Lektüre, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen, erstaunlich gegenwärtig.
Wer jedoch über die nötige Portion Galgenhumor verfügt, wird großen Gewinn aus diesem Buch ziehen. Denn Gerstes Porträts sind ebenso lehrreich wie unterhaltsam – eine historische Reise durch die sonderbaren Seiten präsidialer Macht.
Buchdetails
Titel: Trinker, Cowboys, Sonderlinge – Die 12 seltsamsten Präsidenten der USA
Autor: Ronald D. Gerste
Verlag: Klett-Cotta
Erscheinungsdatum: Januar 2020
Seitenzahl: 288 Seiten
ISBN: 978-3-608-96433-5
Preis: 22,00 € (gebundene Ausgabe)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.